Nerinen sind in unseren Gärten leider noch viel zu selten anzutreffende Herbst-Zwiebelpflanzen. Einst hielt die berühmte englische Pflanzensammlerin Margaret Owen (1930-2014) die „National Collection“ dieser Pflanzengattung. Margaret hatte es geschafft, stolze Besitzerin von sage und schreibe vier National-Collections in ihrem späteren Garten „The Patch“ in Shropshire zusammenzutragen. Sie war eine herzliche Gartenfreundin und meine geschätzte Ratgeberin bei vielen Gartenfragen. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass Nerinen in unseren Gärten überhaupt populär wurden. Ich besitze eine ganze Palette ihrer Zuchterfolge und freue mich Jahr für Jahr über die herrlichen Gewächse. Mit jeder Nerinenblüte, die hier im HORTVS erblüht, steigen glanzvolle und zum Teil auch urkomische Erinnerungen an „Dear Old Margaret“ in mir auf (sie war eine gefürchtete Kartenspielerin und lebensgefährlich rasante Autofahrerin).
Nerinen stammen ursprünglich aus Südafrika und bevorzugen einen vollsonnigen Gartenstandort, am besten mit einer Mauer oder Wand im Hintergrund. Sie lieben es, wenn ihre dicken Zwiebeln in der Sommerhitze förmlich gebacken werden, das wirkt sich positiv auf die Blütenbildung aus. Der Boden sollte gut drainiert, aber nicht zu nährstoffarm sein. Ich kultiviere diese besonderen Pflanzen in einem Schotterbeet vor einer Westwand zwischen anderen hitzeverträglichen Gewächsen. Für die allermeisten Stauden wäre es hier in der Nachmittags- und Abendsonne viel zu heiß, doch Margarets Nerinen fühlen sich an diesem Ort pudelwohl und ich freue mich über die von Jahr zu Jahr üppiger werdenden Bestände.