Pflanze der Woche

Passend zu den verschiedenen Jahreszeiten stellen wir Ihnen hier regelmäßig besonders lohnenswerte Gartenpflanzen – die Pflanze der Woche – aus dem HORTVS vor.

Im Regelfall sind diese Pflanzen auch in unserer Gärtnerei erhältlich (Direktverkauf, kein Versand). Vorbestellungen sind sinnvoll, da die von uns produzierten Stückzahlen begrenzt sind.

Pflanze der Woche

KW 41

Fuchsia – Winterharte Fuchsie

Die Südhemisphären-Gattung Fuchsia bringt eine Fülle wunderschöner Arten von unfassbarer Blüteneleganz hervor. So avancierten die In Südamerika und Neuseeland heimischen Gewächse schon früh zu beliebten Beet- und Balkonpflanzen. Doch neben den allseits beliebten, doch frostempfindlichen Kultursorten hält die Gattung unbedingt lohnenswerte, winterharte Arten und Sorten bereit. Allen voran Fuchsia magellanica, die es in unterschiedlichen Farb- und Formausprägungen gibt. Ich pflanze die prachtvollen Halbschattengewächse gerne in Waldsaumbereiche, wo sich ihre späten Blüten wie Herbstjuwelen in sonst eher blütenarme Gehölzränder streuen. Die Pflanzung erfolgt ungewöhnlich tief – 5-8 cm sollte die Topfoberfläche unter dem Bodenniveau liegen. Mit organischem Dünger und Kompost angereicherte Böden behagen den Schönheiten ebenso, wie eine ausreichend dicke Mulchschicht.

Pflanze der Woche

KW 40

Nerine bowdenii- Guernseylilie

Nerinen sind in unseren Gärten leider noch viel zu selten anzutreffende Herbst-Zwiebelpflanzen. Einst hielt die berühmte englische Pflanzensammlerin Margaret Owen (1930-2014) die „National Collection“ dieser Pflanzengattung. Margaret hatte es geschafft, stolze Besitzerin von sage und schreibe vier National-Collections in ihrem späteren Garten „The Patch“ in Shropshire zusammenzutragen. Sie war eine herzliche Gartenfreundin und meine geschätzte Ratgeberin bei vielen Gartenfragen. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass Nerinen in unseren Gärten überhaupt populär wurden. Ich besitze eine ganze Palette ihrer Zuchterfolge und freue mich Jahr für Jahr über die herrlichen Gewächse. Mit jeder Nerinenblüte, die hier im HORTVS erblüht, steigen glanzvolle und zum Teil auch urkomische Erinnerungen an „Dear Old Margaret“ in mir auf (sie war eine gefürchtete Kartenspielerin und lebensgefährlich rasante Autofahrerin).

Pflanze der Woche

KW 38

Colchicum – Herbstzeitlose

Ein Knollengewächs, das aus unserem HORTVS nicht mehr wegzudenken ist. Im Herbst schiebt es in Massen seine eleganten Blütenkelche völlig blattlos aus dem Boden. Die blattlose „Nacktheit“ brachte ihnen in England den Namen „Naked Ladies“ ein. Das üppig glänzende Laub erscheint (natürlich blütenlos) im Frühjahr und füllt hier so manche noch nicht begrünte Fläche. Im Frühsommer zieht das Laub wieder ein, bevor im Herbst die Blüten erneut wie aus dem Nichts erscheinen. Dieser ungewöhnliche Lebensrhythmus macht die Herbstzeitlose zu einer ganz besonderen Erscheinung im Garten. Colchicum gedeiht in fast jeder Gartensituation. Besonders wohl fühlt sich die Herbstzeitlose an sonnigen bis halbschattigen Standorten auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Böden. Einmal etabliert, ist sie langlebig und kann mit den Jahren eindrucksvolle Bestände bilden. Alle Teile dieser Pflanze sind stark giftig! Die Herbstzeitlose enthält das hochgiftige Alkaloid Colchicin. Besondere Vorsicht ist im Frühjahr geboten, da ihre Blätter mit denen des Bärlauchs verwechselt werden können.

Pflanze der Woche

37

Sporobolus heterolepis ‘HORTVS’ – Prärie-Tropfengras

Eine wunderbare Entdeckung unter den Ziergräsern: Sporobolus heterolepis ‘HORTVS’ stammt aus den nordamerikanischen Prärien und zaubert mit seiner außergewöhnlichen Leichtigkeit wunderschöne Bilder in den Garten. Aus frischgrünen, sehr fein strukturierten Horsten entwickeln sich im Sommer filigrane Halme mit schleierartigen Blütenständen. Am wohlsten fühlt sich das Prärie-Tropfengras an einem sonnigen Standort auf durchlässigen, eher trockenen bis frischen Böden. Einmal gut eingewachsen, ist es ausgesprochen robust, pflegeleicht und erstaunlich trockenheitsresistent. Besonders in größeren Gruppen kommt seine feine, fast schwebende Wirkung hervorragend zur Geltung. Eine besondere Überraschung ist der Duft der Blüten: Während sie zunächst angenehm süßlich duften, entwickelt sich später eine markante, an Koriander erinnernde Note. Im Herbst folgt ein weiterer Höhepunkt, wenn sich das feine Laub intensiv bernsteingolden bis orange verfärbt. Die filigranen Halme sorgen bis weit in den Winter hinein für Struktur im Beet. Die Sorte HORTVS ist eine lokale Selektion aus unserem Garten und wird ausschließlich hier vermehrt und angeboten.

Pflanze der Woche

KW 36

Cortaderia selloana `Sunningdale Silver` – Pampasgras `Sunningdale Silver`

Pampasgräser haben – vielleicht zu Recht – einen zweifelhaften Ruf: Altmodisch, spießig, nicht heimisch, in einigen Arten werden sie in Südeuropa (und bald auch hier?) als invasiv eingestuft. Früher galt die Winterhärte zudem als wenig ausreichend. Aber: Wie in fast jeder verschmähten Gattung gibt es Ausnahmen! Cortaderia selloana `Sunningdale Silver` ist eine „Must Have Plant“. Ich kenne kein anderes Großgras von solcher Eleganz und Leichtigkeit. Dabei hat es einen Gestaltungs-Impact, der nicht zu überbieten ist. (Halb-) Immergrün, extrem langlebig, frosthart, klimatauglich, wunderbar! Ein Statement, das in keinem größeren Garten fehlen darf! Obacht beim Kauf: Leider sind diverse unechte Typen auf dem Markt: Also nur in vertrauensvollen Staudengärtnereien kaufen!

Pflanze der Woche

KW 35

Chionochloa Rubra – Rotbraune Tussock-Segge

Es erstaunt mich immer wieder, dass es so viele höchst gartenwürdige Stauden gibt, die in nahezu keiner Gärtnerei angeboten werden. Die aus den Kurzgrassteppen der neuseeländischen Alpen stammende Chionochloa rubra zählt mit Sicherheit zu diesen selten zu findenden Gartenschätzen. Das völlig winterfeste Tussock-Gras vereint alle wünschenswerten Garteneigenschaften: Es ist unfassbar elegant, immergrün – oder besser gesagt immerrot, es treibt keine Ausläufer und versamt sich bei uns nicht. Trockenheit und Nässe werden gleichsam ertragen, und die Kombinationsmöglichkeiten sind schier unvorstellbar – dabei verlangt es nach keinerlei Pflege. Leider ist es sehr schwer zu vermehren, daher müssen die wenigen Gärtnereien, die es anbieten einen adäquaten Preis verlangen. – Ein Juwel, was in keinem klimatauglichen Garten fehlen darf.

Pflanze der Woche

KW 34

Hylotelephium telephium und Euphorbia – Große Fetthenne und Wolfsmilch

In dieser, erneut absurd trockenen Gartenwoche möchte ich ein Stauden-Duo vorstellen, welches uns in 20 HORTVS-Jahren niemals enttäuschte: Hylotelephium telephium kombiniert mit Euphorbia. Erstere ist vielen besser bekannt unter dem veralteten Gattungsnamen „Sedum“ die Zweite entstammt einer zirkumpolar vertretenen Gattung unterschiedlichster Stauden, Sukkulenten und Sträuchern. Die große Fetthenne ist ebenso heimisch, wie die Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias) auf Bild 1. Die zweite Situation zeigt eine rotlaubige Auslese der Fetthenne mit der mediterranen Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites). Nicht nur die unfassbare Trockenheits- und Hitzeverträglichkeit beider Gattungen machen sie so wertvoll als Garten-Duo. Auch die unterschiedlichen Blütezeiten (Euphorbia = März-April, Hylotelephium = Juli-September) sind perfekt für eine dauerattraktive Gestaltung. Insekten fliegen auf beide Gewächse enorm!

Pflanze der Woche

KW 33

Calluna vulgaris – Besenheide

Eines der besten Gewächse für den Garten, das ich kenne! Dass das Image von Calluna vulgaris angestaubt und antiquiert scheint, liegt einzig und allein an der hoffnungslosen Unkreativität von Gärtnern, Gartenbesitzern und Planern. Richtig kombiniert ist Calluna vulgaris, die die einzige Art die monotypische Gattung Calluna bildet, ein Gartentraum! Welche andere Gartenpflanze erfüllt so viele Gestaltungs- und Verwendungskriterien? Calluna ist immergrün, schnittverträglich, hitze- und trockenheitstollerant, überflutungsresistent, Nahrungsquelle vieler Insekten, farbenfroh durch die unterschiedlichen Blüten- und Laubfarben der verschiedenen Sorten, heimisch und bedingungslos frosthart – mehr geht nicht. Auf saurem bis neutralen Gartenböden sind sie zudem noch erstaunlich langlebig. Nur die als Wegwerfware gezüchteten „Knospenblüher“-Sorten, die alljährlich zum Herbst die Gartencenter in absurder Hartnäckigkeit fluten müssten meiner Meinung nach verboten werden, da sie bei vielen der oben genannten Kriterien versagen.

Pflanze der Woche

KW 32

Erigeron karvinskianus – Spanisches Gänseblümchen

Dieser unbeschwerte kleine Dauerblüher avancierte in den letzten Jahren zum Gartenliebling – zurecht! An sonnig-warmen Gartenböden wächst und blüht Erigeron karvinskianus munter und erfreut zuverlässig mit einer schier nicht enden wollenden Blütenpracht. Das Spanische Gänseblümchen mag karge, durchlässige Böden in vollsonnigen Lagen und ist hervorragend für die Bepflanzung von Töpfen, Trögen und Mauerfugen geeignet. An zusagenden Stellen samt es sich wunderbar aus und überzeugt sogar noch auf Dachbegrünungssubstraten.

Pflanze der Woche

KW 31

Allium senescens ssp. montanum – Berglauch

Einer besten Zierlauche für den sonnig heißen Garten! Nomenklatorisch ist dieses unverwüstliche Blütenwunder zwar schwierig und sollte heute eher dem Europäischen Berglauch (Allium lusitanicum) zugeschrieben werden - im Garteneinsatz besticht er jedoch durch seine bedingungslose Unkompliziertheit und Schönheit. Der Berglauch vereint so viele positive Garteneigenschaften, dass man es kaum glauben möchte: Er überzeugt mit frischrünem, glänzenden Laub, welches nahezu die gesamte Gartensaison toll aussieht. Er wächst in vollsonnig-heißen Gartensituationen und muss niemals gedüngt oder gewässert werden. Er erträgt nicht nur extreme Hitze, sondern auch allertiefste Wintertemperaturen. Er versamt sich nicht und macht keine Ausläufer – die Horste werden lediglich von Jahr zu Jahr üppiger und bringen immer mehr Blüten hervor. Ich kombiniere den Berglauch im Beetvordergrund gerne mit flachen, Bodendeckern wie Polsterthymianen oder rotlaubigen Stachelnüsschen (Acaena inermis `Purpurea), er eignet sich aber auch bestens für eher niedrige Matrixpflanzungen zusammen mit Grasnelken (Armeria), winterharten Petunien (Ruellia), Fetthennen (Sedum), Bartiris und passenden kleinen Kiesgartengräsern.

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